Mätes auf dem Weg nach Santiago
  Vorbereitung
 


20.04.2010:
Feierabend. Die Firma muss jetzt erstmal ohne mich auskommen, aber bei meinem Kollegen sehe ich da gar kein Problem, außer das Er danach sechs Wochen Auszeit braucht um sich zu erholen :-) . Rucksack steht bereit, Klamotten ebenso, könnte sofort starten. Heute Nachmittag noch ein paar Verabschiedungen und Morgen nach Kölle um den Thalys zu besteigen. Im Pilgerforum hatte ich einen Blog eingestellt bzgl. der Metro. Ganz Klasse Hinweise habe ich erhalten, alles gar kein Problem. Der Zug fährt alle drei Minuten und braucht auch nur 18min für die ganze Strecke von Nord nach Süd unter der Stadt.

19.04.2010 (2):
So, Bahnticket habe ich bekommen, allerdings war fast Alles ausgebucht und somit habe ich nur noch eine ziemlich, vom Zeitplan her, enge Verbindung bekommen. Am 21.04 mit dem Thalys um 07:44Uhr ab Köln, Ankunft Paris-Nord um 10:59Uhr. Dann wirds ein wenig schwierig. In Paris-Nord direkt zur Metrostation, dort in die Linie 4 um dann um 12:05Uhr in Paris-Montparnasse den TGV nach Bayonne zu bekommen. Das sind 11 Stationen, mal sehen. Kenne den Untergrund von München, London, Berlin und Köln, aber in Paris war ich noch nicht, ohne ein Wort französisch......

19.04.2010:
Meine Flüge sind gestrichen. Werde heute in der Mittagspause zum Bahnhof nach Dormagen fahren um ein Zugticket, wie unten beschrieben, zu bekommen. Drückt mal alle die Daumen, aber nicht nur für mich sondern auch für Jaqueline, sie hat heute Vormittag ihre erste Abiturprüfung. LK Deutsch.

18.04.2010:
Nur noch zwei Tage und ein paar Stündchen.
Eyjafjallajökull schmeißt weiterhin seine Asche in den Himmel, aber laut Nachrichten könnte der Flugverkehr am morgigen Montag wieder seinen Betrieb aufnehmen. Ich habe mich mal ein wenig bei der Bahn und bei TGV umgeschaut. Es sind noch Plätze im Thalys nach Paris frei, dort müsste ich umsteigen (Paris-Nord > Paris-Austerlitz) um mit dem TGV nach Bayonne weiterzufahren. Kosten 183€. Abwarten.

Meinen Rucksack habe ich noch einmal durchforstet und den Inhalt aussortiert. Nun hat er "nur" noch 8,9kg. Immerhin.

17.04.2010:
Eyjafjallajökull!!!!!! Und nun????? Bisher hatte ich noch nicht an Plan B gedacht, wer rechnet auch schon mit diesem Naturereignis. In Frankreich liegt der Bahnverkehr am Boden weil alle Leute auf die Schiene umsteigen, zusätzlich streiken dort auch noch die Angestellten der Bahn und es verkehrt nur jeder zweite Zug. Alternative ist vielleicht mit dem Auto. Schaun wir mal, erstmal auf Schalke fahren und die Wolke, die keiner sieht, weiterhin beobachten. Glück auf.

15.04.2010:
Tja, der vorerst letzte Donnerstag in good old Germany ist gelaufen, der Counter zählt ungebremst gegen Null. Die Tage war ich nochmal an der B9 und in Worringen um die Markierungen zu knipsen die mir bei der letzten Radtour aufgefallen sind. Der Weg führt mitten durch Worringen, nur ein paar Querstraßen von der Straße entfernt in der ich schon gewohnt habe, mir damals aber nicht aufgefallen ist.


B9 zwischen Dormagen und Köln-Worringen, direkt am Rhein.



Kreuzung Lievergesberg/Hackenbroicher Str. , auf dem Fahradwegweiser
im Hintergrund erkennt man noch einen zweiten Aufkleber der die Richtung
nach Kölle zum Dom weist.

Die Nachrichten in den Medien sind im Moment nicht gerade prickelnd. Zum Einem drohen die Fluglotsen in der kommenden Woche mit Streiks und zum Anderen bricht just heute ein Vulkan im fernen Island aus und der europäische Flugverkehr liegt am Boden. Es gibt tausende Vulkane auf der Erde und ausgerechnet ein Berg in 2400km Entfernung schmeißt seinen Gipfel in den Himmel und der Wind steht noch dazu schlecht. Hoffen wir mal das er sich bis nächste Woche ausgespuckt hat und die Asche sich bis dahin zur Sahara begibt und dort niederlässt, die paar Körner fallen in dem vielen Sand auch nicht mehr auf.

Nun zum Problem des Tages: Ich habe also alle Utensilien zusammen und packe soeben meinen Rucksack. Beim letzten Training hatte er noch etwas mehr als 7kg. Mache mir also eine Flasche Rioja auf (das Anbaugebiet liegt in Nordspanien und wird also bald mein Feierabendgetränk und abendlicher Schlaftrunk sein), lege alles zurecht, und rein damit in den roten Rucksack. Anschließend auf die Waage und siehe da, Überraschung, 11,2kg!!!! Nun, das Einmanzelt fliegt schonmal wieder raus (800g), ist mir egal wenn auf den letzten 100 - 200km vor Santiago die Albuerges aus allen Nähten platzen, schlaf ich eben unter freiem Himmel. Die Toilettenartikel werde ich nochmal durchforsten. Duschgel, Rasierschaum, Creme gibt es sicher in kleineren Gebinden. Ansonsten wüsste ich jetzt nicht was ich Zuhause lassen sollte. Ich habe Ausnahmslos Funktionswäsche dabei, daran kann es nicht liegen. Außerdem kommt ja auch noch täglich der Proviant dazu den ich mir in diversen Supermercados kaufen und somit tragen muss, wobei eine normale Wasserflasche schon alleine 1,5kg wiegt. Und Trinken ist eh das oberste Gebot, daran kann ich nicht sparen. Nun denn, Morgen hole ich Alles nocheinmal heraus und werde Aussortieren.



Vor dem Packen. Vom Gewicht her siehts gar nicht so Übel aus, aber
danach...........



...........11,2kg, sieht man ihm nicht an, ist aber so :-) , an der Jakobsmuschel
liegt es bestimmt nicht.

07.04.2010:
Das schöne Wetter am heutigen Mittwoch habe ich genutzt um einige Kilometer mit dem Fahrrad abzustrampeln. Dabei habe ich einige Orte besucht die ebenefalls auf dem Jakobsweg liegen. Kloster Knechsteden, St.Pankratius/Nievenheim, Zons, zum Rhein und dann über die B9 nach Köln-Worringen. Kurz vor Worringen habe ich doch tatsächlich zwei Jakobswegmarkierungen, in Form von Aufklebern, entdeckt die ich sonst wohl nicht gesehen hätte. Um ein paar Eindrücke zu vermitteln die mich auf dem Camino erwarten empfehle ich Euch einen schönen Film von zwei Norwegern der kostenlos auf folgender Seite zu sehen ist anzuschauen: http://film.blaastfilm.no/inbetween/ . Er dauert zwar 48 Minuten, aber was sind schon die paar Minuten gegen 6 Wochen. Habe ihn im Pilgerforum entdeckt. Zum vergrößern des Bildes einfach doppelklick in den Film.
Nochmal ein riesiges Dankeschön für die tollen Einträge im Gästebuch, muchas Gracias Amigas y Amigos.

02.04.2010:
Heute Morgen am arbeitsfreien Karfreitag bin ich, anstatt mal wieder richtig auszuschlafen, um 5:15Uhr wachgeworden. Ist wohl die innere Uhr der Woche die mich immer so früh aus dem Schlaf reißt. Ist aber jedes Wochenende so, von daher kein Problem. Ich habe mir dann gemütlich im Bett den Film "Pilgern auf französisch" angesehen. Tolle, lustige Komödie auf dem Camino Frances (danke für die DVD an Rainhardt). Um 8Uhr habe ich mich dann in meine Montur geworfen und bin losgegangen. Zum ersten Mal mit Nordic-Walking Stöcke, bin begeistert von den Teilen, helfen wirklich beim Wandern (Jessica, danke für Deine Mühe). Nach insgesamt drei Stunden bei denen ich Bärbel, Ulrike+Willi getroffen habe und richtig viele Kilometer geschafft habe kam ich wieder Zuhause an. Dann schön gefrühstückt und unter die Dusche und Nachmittags noch mit dem Rad nach Dormagen. So werden wahrscheinlich auch die Tage auf meinem Camino ablaufen. Um 5Uhr wirst Du geweckt weil die ersten Pilger aufstehen um als Erster loszugehen und dabei versuchen vor allen Anderen die nächste Herberge zu erreichen und dabei den Rest im Schlafsaal wecken. Ich werde dann, wie die Meisten auch, um 6Uhr aufstehen, Katzenwäsche, ohne Frühstück losgehen um die nächste Bodega oder das nächste Cafe zu finden für den Cafe con Leche und ein Bocadillo con Jamón y Cueso. Heute Morgen hatte ich ebenfalls nur eine Banane verputzt und für Unterwegs einen Apfel mitgenommen. Alles in Allem war es ein guter Tag. Schulter, Knie, Füße und Waden zwicken wohl ein wenig aber das ist, denke ich, völlig normal. Mit mehr Training wird sich das schon geben.


Kurze Pause am Werther Hof.



Längere Pause nach 2,5 Std.

26.03.201
0:
Mein Fußgelenk hat sich, gottseidank, wieder fast normalisiert. Doch heute Morgen stehe ich auf und meine Adduktoren auf der linken Seite ziehen und in der Firma konnte ich kaum Treppen steigen. Alter Mann eben, aber das gibt sich schon wieder :-). An dieser Stelle möchte ich mich bedanken für die tollen Einträge im Gästebuch, echt lieb von Euch. Freu mich über jeden Satz den ich heute, und natürlich besonders dann wenn ich mich auf dem Jakobsweg befinden werde, lesen kann. Dankeschön. Petra fragt, warum auf meiner Packliste denn ein Stein steht? Hier die Erklärung dafür: Am höchsten Punkt des Camino Frances, in den Montes de Leon auf 1500m Höhe, erwartet den Pilger das Cruz de Ferro. Ein eisernes Kreuz, gebaut auf einem Steinhaufen welcher immer weiter wächst weil jeder der hier vorbei kommt einen Stein aus der Heimat ablegen soll um auf dem Weg hinter sich gelassene Sünden abzulegen. Ich werde einen Stein mitnehmen den meine Kinder mir damals zur Meisterprüfung mitgegeben hatten und der mir Glück bringen sollte. Der Stein lag seit 1994 auf meinem Schreibtisch, immer im Blick neben dem Bildschirm, und ich denke das es keinen besseren Stein für mich gibt den ich dort ablegen könnte. Dieser Stein stammt vom Rheinufer und war damals mit Wasserfarbe bemalt, ist leider etwas verblasst aber er erinnert mich täglich an Damals, und Glück hat er mir auch gebracht. Mit wasserfester Farbe werde ich unsere drei Initialen und das Jahr aufmalen und am Cruz de Ferro ablegen.

22.03.2010:
Nur noch 29Tage bis zum Start. Langsam wirds Ernst. In der vergangen Woche hatte ich Bereitschaft in der Firma und jede Menge Stress weshalb ich keinen Sport treiben konnte. Heute Abend hatten wir ein AH-Spiel im Nachbarort bei dem das Ergebnis zweitrangig ist, vielmehr ärgere ich mich über eine Aktion eines Gegenspielers kurz vor Schluss in der derjenige mich drei Minuten vorm Abpfiff foulte und ich nun einen dicken rechten Knöchel habe und mein Sprunggelenk schmerzt. In dem Moment dachte ich "das wars dann wohl", doch hoffe ich auf meine lädierten Knochen die schon einiges mehr einstecken mussten. Morgen weiß ich mehr.
Die Vorfreude wird immer größer, die Aufregung aber auch. Was mich am Meisten freut in der Zeit auf dem Weg ist: Bis auf den Rückflug (selbst dieser ist verschiebbar) habe ich keinen Temin im Kalender, keinen Zeitdruck, kein Telefon welches dauernd klingelt. Nur Natur, gleichgesinnte Leute, alleine mit sich Selbst und zwei Ziele vor Augen welche da heißen: Wieviel Kilometer heute? Wo bekomme ich eine Unterkunft? Mehr nicht. Alles Andere ergibt sich von selbst.

10.03.2010:
Beim heutigen Training im sonnigen Tannenbusch habe ich mit 8,9kg ca.12km in 01:50Std in einem strammen Marsch geschafft. Keine Knieschmerzen, Schultern ok, so kann´s weitergehen. Und beim Fußballtraining war ich am Abend auch noch. Im Pilgerforum haben sich zwei weitere Pilger gemeldet die in London in der gleichen Maschine nach Biarritz mitfliegen, ich hoffe das sich die Mitpilger mit mir ein Taxi teilen und wir gemeinsam von Biarritz nach SJPdP fahren um noch etwas Zeit im Ankunftsort herauszuholen. Bus und Zug = ca. 12€ und Taxi bei vier Personen ca. 15€/Mitfahrer.

08.03.2010:
Heute habe ich den Rucksack (Danke an Marc) mit 8kg beladen und bin 10km in 1:40min durch den Wald gewandert. Mehr als 8kg sollte das Gesamtgewicht auf keinen Fall überschreiten. Morgen wird sicher ein netter Muskelkater in den Beinen und der Schulter auf mich warten. Ansonsten bin ich weiterhin optimistisch, zumal mir die Wanderschuhe einen guten Dienst erwiesen haben.

06.03.2010:
Gestern habe ich meine erste Unterkunft gebucht. Wenn ich Abends am 21.04. in St. Jean Pied de Port ankomme werde ich in der Herberge L’Esprit du Chemin bei Huberta und Arno übernachten. Hier habe ich das letzte Bett reservieren können. Anscheinend wird es tatsächlich den befürchteten Ansturm auf dem diesjährigen Jakobsweg geben, der bedingt duch das heilge Jahr 2010 erwartet wird.

04.02.2010:
Die Wanderschuhe sind da. Großes Dankeschön an Stefan, unseren Al Bundy Schuhverkäufer aus Hackes. Superleichte Treter von Lowa.

01.02.2010:
Die Flüge sind gebucht: Am 21.04. startet um 06:40 mein erster Flug von Weeze aus nach London-Stansted. Mittags geht es dann weiter nach Biarritz. Den Rückflug habe ich für den 01.06. ab Santiago vorgesehen.

 

 

 

 

 

26.12.2009:
Für 796km zu Fuß sollte man sich gut vorbereiten. Und das nicht nur materiell. Und wenn ich ohne Verzögerung und nach Plan in Santiago ankommen sollte, habe ich vor noch drei Tage hinten anzuhängen und weitere 87km bist nach Fisterra (span. Finisterre) zum mittelalterlichen "Ende der Welt" zu gehen.